Testberichte Hubschrauber:

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HIROBO SCEADU 50 3D
mit Powertriebwerk EUROTECH 50H von WESTON U.K.
Von Harald Zupanc

Mit dem nagelneuen Powertriebwerk EuroTech 50H von Weston U.K. in der Hand, machte ich mich mit "Baby- Hermann Oberwalder, Rudi "YesYes" Schneeberger und Tomy "das Janett" Scharl auf die Suche nach dem passendem Testträger für diesen Motor. Bei einem Besuch bei Willi Brodnak, dem Generalimporteur für Hirobo-Helikopter, stolperten wir über die brandneue Version des bekannten und bewährten SCEADU 50.
Was beim 3D sofort ins Auge fällt ist, das er Serienmäßig mit einem ALU-Rotorkopf ausgestattet ist. Bis auf das obere Rotorkopfzentralstück sind sämtliche Teile von der Taumelscheibe aufwärts vom SZ-IV Rotorkopf.
Ein Traum in Blau !
Neben diesem auffälligsten Teil verbergen sich noch viele weitere Tuningteile unter der Haube:
Die Hirobo SWM-Taumelscheibenanlenkung, eine 120° Anlenkung mit wunderschön gefertigten ALU-Umlenkhebel in Push-Pull Ausführung.
Das DTDS-Set (Direct Tail Drive System) ermöglicht einen mitdrehenden Heckrotor bei der Autorotation. Hauptzahnräder aus gefrästen Delrin, Freilaufgehäuse und Naben aus eloxiertem ALU, Gleithülse aus geschliffenen Stahl.
Das dritte Hauptrotorwellenlager, eine CfK-Heckrotorschubstange, Heckrotorservobefestigung am Heckrohr und ein Luftleitblech ist ebenso in diesem Baukasten als Tuningteil vorhanden.
Kurz zum Aufbau:
Jeder der einen Hirobo Hubschrauber schon einmal aufgebaut hat weiß das die Jungs in Japan alles bis aufs kleinste Schräubchen durchdacht haben. Die Bauanleitung ist leicht verständlich und die Teile sind für den gerade zu bearbeitendem Bauabschnitt abgepackt. Ob nun ALU-Teile oder Teile aus schlagfesten, glasfaserverstärktem Kunststoff, alles passt perfekt zusammen und alle zum Aufbau der Mechanik notwendigen Teile sind im Baukasten enthalten. Ob es nun fix-fertig abgelängte Spritschläuche für den Tank, Kabelbinder, weiches Lagerungsmaterial für Empfänger und Akku oder der komplette Dekorsatz für die Haube ist, alles ist in der Schachtel drin. Die besten Sachen findet man bekanntlich im Detail und von diesen "Goodies" hat der Sceadu einige zu bieten. z.B.: Eine abgeschlossene Box für Akku oder Empfänger im Vorbau. Lagersitze bei dem die Lager nach einer Seite herausgedrückt werden können, somit ist ein Lagertausch möglich ohne die Mechanik zu zerlegen oder die Lagersitze zu demontieren. Heckrotorblatthalter mit Drucklager in Halbschalenbauweise. Die Radial- und Axiallager werden der Reihenfolge nach auf die Heckrotornabe geschoben, mit der Stoppmutter angezogen und dann erst in den Blatthaltern verschlossen. Kein Gefummle und kein Schraubensicherungslack gelangt unabsichtlich in ein Lager. Heckrohrabstrebungen deren Anschlüsse quer durch Schrauben gesichert sind, kein Kleben, kein abvibrieren. Die CfK-Heckrotorschubstange besitzt ALU-Inserts mit Gewinde die durch einen Stift gesichert sind. Die Gewindestange der Kugelköpfe wird in diese eingeschraubt und nicht wie gewohnt in das CfK-Rohr eingeklebt. Eine sonst immer heikle Stelle. Diese und noch viele andere wunderbare Details lassen schon beim Bau ein breites Grinsen aufkommen !
Obwohl bei diesem Bausatz nicht ein Teil vormontiert ist, dauert der Aufbau samt Einbau des Antriebes, der Elektronik und der Einstellarbeit so rund 15 Stunden. Also wer Freitag Nachmittag beginnt kann auch ohne "Nachtschicht" Sonntag schon zum Erstflug starten !
Zum Antrieb:
Der EuroTech 50H von Weston U.K. verspricht sagenhafte 2,8 PS. Erreicht wird diese unglaubliche Kraft aus eine perfekt aufeinander abgestimmten System aus Motor, Auspuff und Treibstoff.
Der Motor glänzt mit HighTech wie z.B. Keramiklager und ringlose ALU-Laufgarnitur. Verwendet sollte bei diesem Motor nur der neue PRO-SYNTH 2000 Super Compitition Treibstoff. Mit 10% Nitro und nur 7% ÖL Anteil bietet er in anderen Triebwerken Leistungen die ein konventionell gemischter Treibstoff nur mit 30% Nitro bietet. Bei Treibstoffen mit hohen Nitroanteil steigt auch der Ölanteil, beim Super Compitition bleibt bei allen Nitrovarianten der Ölanteil immer bei 7%. Möglich ist das nur mit dem neuem synthetischen Öl von Weston U.K. Durch den geringen Nitro- und Ölanteil bleibt der Treibstoff günstig und der Verbrauch gering. Jedoch steigt die Leistung und die Temperatur sinkt merkbar ab.
Mit zu diesem Hochleistungssystem gehört der Auspuff, eine besondere Variante des bekannten MiniPipe von Alan Greenfield, Weston U.K. Verständlicher Weise spielt der Triebling seine enorme Leistung im höheren Drehzahlbereich aus, aber eine Drehzahlorgler ist er deshalb auch nicht. Fällt der Motor im Betrieb einmal in Resonanz lässt ihn jede Art von Belastung unbeeindruckt.
Ein kleiner Tipp beim Motoreinbau:
Die Kurbelwellenmutter nur mit einer Stahlunterlagsscheibe und viel grünen Lagerkleber montieren. Sonst dreht der Starter beim Startvorgang die Mutter in kürzester Zeit von der Kurbelwelle.
Endlich am Flugfeld angekommen, sind wir schon gespannt auf Hubschrauber und Motor.
Jedoch macht uns die Kurbelwellenmutter gleich beim ersten Versuch einen Strich durch die Rechnung. Also wie oben beschrieben sorgfältig und ausreichend sichern.
Auf ein Neues und diesmal hält die Sache. Der Motor springt trotz der sehr fetten Grundeinstellung an und ploppert vor sich hin. Gewarnt von einem befreundeten Piloten aus der Schweiz haben wir das Vollgas auf 75% reduziert und trotz der fetten Einstellung legt der Motor bei 10° Pitch im Full-Pull noch an Drehzahl zu. Also was machen wir?? Mehr Pitch ?? Ne, wir entscheiden uns die Gaskurve vorerst zu senken und den Einlaufprozess gemütlich anzugehen. Zum Flugverhalten des Sceadu kann man nur sagen "Hut ab" eigentlich ist man so ein Schwebeflugverhalten und Spurtreue nur von einem Hubschrauber der 60/90er Klasse gewohnt. Kein Zappeln, keine nervöse Tendenz, ruhig und gelassen zieht er seine Bahn und folgt präzise den Steuerbefehlen. Die Wendigkeit ist natürlich grandios und verlangt Feingefühl am Knüppel. Aber vielfache Einstellmöglichkeiten an Hebeln und Rotorkopf lassen die Flugeigenschaften an persönliche Wünsche anpassen.
Nachdem wir ein paar Liter durch den Motor sprudeln haben lassen wollen wir es aber jetzt genauer Wissen und stellen Zacken für Zacken den Motor Richtung mager. Ha, was ist nun los ?? Es ist fast keine Abgasfahne mehr zu sehen !!! Naja die Kopftemperatur passt, also weiter. Nach jedem Full-Pull wird der Temperaturmonitor zu Rate gezogen, …89°C, …93°C, …98°C, …103°C OK, so lassen wir es.
Die Abgasfahne ist nur mehr schwer zu erkennen, aber bei so wenig Öl auch nicht anders zu erwarten. Also immer schön auf die Temperatur achten ! Die Temperatur ist gut, der Motor stottert nicht, er klingelt nicht oder läuft nach. Er läuft perfekt. Aber Achtung, bei 10° Pitch dreht der Motor gnadenlos ins Nirvana. Also rauf mit dem Pitch. Es stehen 11° Pitch an, der Vergaser öffnet sich nur 75% seines Weges, oh Mann das ist Power pur ! Es wird sich sicherlich jetzt der eine oder andere Fragen für was brauch ich einen Motor den ich nur zu 75% nutze ?? Naja, wenn ich bei voll Pitch noch 25% für die zyklische Beimischung habe, dann kann kommen was will, es steht immer volle Leistung zur Verfügung und ein Niederwürgen des Antriebs gibt es nicht mehr !!!!! Auch bei den brachialsten Manövern nicht.
Mit so eine Antrieb und derartigem Setup lässt es sich leicht turnen und der Sceadu 3D macht seinem Beinamen alle Ehre. Herrlich und einfach gelingen die wildesten Figuren. Und das schönste am Sceadu 3D ist das er tut was man ihn befiehlt, kein Eigenleben trübt da das Flugvergnügen, brav folgt er allen Steuerbefehlen. Der EuroTech 50H hat ein leichtes Spiel mit dem Sceadu 3D und sorgt für mehr als ausreichend Schub.
Da ja nicht alle wie die Blöden durch die Gegend turnen, steht natürlich die Beschleunigung und der Speed z.B. bei YesYes-Rudi an erster Stelle des Interesses. Also gönnen wir dem Sceadu 3D noch zusätzlich 1,5° mehr Pitch. Weg an der Taumelscheibe hat das Teil mehr als genug zur Verfügung. Die Gaskurve drehen wir jetzt einmal kräftig nach oben und ich trete gegen YesYes-Rudi, dem wohl besten und schnellsten Drag-Racer im ganzen Land mit seinem überdrüber-aufgemotzten Drag-Race-NT an (mit diesem Teil hat er auch schon Rüdiger Feil das Fürchten gelernt). Wir stehen also beide an unseren Startplätzen und beide Hubis orgeln mit einer Kopfdrehzahl das jedem Rotorblatthersteller sofort Schlecht werden würde. Die Startflagge fällt und wir preschen los was das Zeug hergibt. Und…??? Der Sceadu 50 3D mit dem EuroTech 50H kann mit dem Drag-Race-Monster von YesYes-Rudi mithalten, nur am Ende der Bahn muss sicher der Sceadu dem NT aufgrund seiner unglaublichen Endgeschwindigkeit geschlagen geben. Rudi ist begeistert und will auch einmal, aber zuerst feilt er nach alter Drag-Race-Manier am Setup. Rudi montiert halb-symetrische Rotorblätter, aha mehr Auftrieb bei geringerem Wiederstand, den Anstellwinkel läst er aber unverändert. Rudi meint das für die kurzen Vollgaspassagen beim Drag-Racen der Motor ruhig noch ein wenig magerer laufen kann und die Gaskurve gehört doch beim Nulldurchgang schon gaaaaaaanz nach oben. Na Prost Mahlzeit !
Na jetzt orgelt das Teil erst richtig, booaaar und Rudi jagt den Sceadu 50 3D über die Piste das man fast glaubt das Teil wird von einem Katapult abgeschossen.

Fazit:
Der Hirobo Sceadu 50 3D ist ein exzellent fliegender Hubschrauber, gut ausgestattet, leicht und schnell aufzubauen. Die Ersatzteilversorgung ist durch den in Österreich sitzenden Generalimporteur grenzgenial schnell und hundertprozentig gesichert. Standartersatzteile liegen Preismäßig weit unter den E-Preisen der gleich gossen Konkurrenten.
Der EuroTech 50H von Weston U.K. beeindruckt durch enorm satte Leistung. Der Lärmpegel des Minipipes ist mit einem Zimmermann Topfdämpfer durchaus vergleichbar, sorgt aber für irren Schub (nicht nur mit diesem Motor)
Der Super Compitition Treibstoff mit 10% Nitro und 7% Öl beflügelt nicht nur diesen Motor sonder treib auch unsere gesamte restliche Hubiflotte an. Treibstoff mit hoher Leistungsausbeute bei geringem Verbrauch und niedrigen Kosten.

Wer noch mehr dazu wissen will der kann unsere Testberichte, die laufend ergänzt werden, auf unserer Homepage nachlesen.

Harry "t.V." Zupanc
www.heli4you.net