Erfahrungen
mit dem QUICK 3D-learner
Zu Beginn möchte ich darauf hinweisen, dass ich gerade
dabei bin das Modellhubschrauber fliegen zu lernen. Viele Probleme die
im folgenden Text angeführt werden, zaubern wahrscheinlich so manch
anderen ein Lächeln auf die Lippen, aber kein Meister ist vom Himmel
gefallen.
Mein Einstieg in den Hubschraubermodellflug begann mit dem
Lehrer/Schüler Training. Mein Fluglehrer gab mir den Tipp, einen
MOSKITO von Robbe als Trainingshubschrauber zu kaufen. Doch die Freude
dauerte nicht lange, denn ich war sehr unzufrieden mit der ganzen mechanischen
Anlenkung und der Wartungsfreundlichkeit dieses Modells.
Da der MOSKITO nur aus „Plastik“ aufgebaut ist und jeder Tuningteil
ein kleines Vermögen kostet, sah ich mich um einen neuen Heli in
der 30-iger bzw. 50-iger Klasse um.
Doch leichter gesagt als getan. Wenn man Kataloge, Internetseiten
und nicht zu vergessen diverse Foren erforscht, sieht man vor lauter Hubschrauber
keinen Heli mehr. Eines stand von Anfang an für mich fest: mein neuer
Heli sollte zum Großteil auf Metallkomponenten bzw. ähnlich
der 60iger Klasse aufgebaut sein. Darunter verstand ich Seitenteile aus
Alu oder G10, Taumelscheibe, Rotorkopf und Heckanlenkung aus Metall oder
ähnlichem Material.
Man glaubt es kaum, aber
ich fand einen solchen Heli in der 30-iger Klasse.
Dieser Modellhubschrauber war der QUICK 3D-learner, vertrieben von Wolfgang
Maurer (www.quickworldwide.at). Nach einem Telefonat mit Wolfgang war
meine Suche endlich am Ende angelangt und schon ein paar Tage später
lag der Karton mit meinem QUICK 3D-learner in meinem Wohnzimmer. Mein
erster Eindruck den ich via. Internet gewonnen hatte, wurde auch nach
dem Auspacken meines QUICK´s bestätigt. Rotorkopf, Lagerblöcke,
Heckanlenkung usw. waren aus Aluminium, blau eloxiert und die Verarbeitung
versprach ein perfektes Miteinander der einzelnen Teile. Die Seitenteile
waren aus G10 Material, welche dem Rahmen des QUICK´s, nach dem
Verschrauben, ein sehr steifes Grundgerüst gab. Da die damalige Bauanleitung
noch in Englisch verfasst war, musste ich des öfteren das Wörterbuch
zu Rate ziehen. Jeder Bauabschnitt wird mit einem Bild dargestellt (Mittlerweile
ist eine deutsche Baubeschreibung erhältlich bzw. steht zum Downloaden
bereit).
Der Zusammenbau der einzelnen Komponenten verlief bis auf ein paar Kleinigkeiten
ausgezeichnet, denn die Bauanleitung ließ nur wenige Fragen offen,
doch die Schwierigkeiten lagen eher im Detail bzw. bedurften Erfahrung
im Zusammenbau eines Modellhubschraubers.
 Bei
der Montage der Heckumlenkhebel am Heckrotor, habe ich noch zusätzlich
eine Abstandshülse aus Alu eingebaut.
Was mir als Anfänger nicht aufgefallen ist und erst
beim zweiten Technikseminar des Helifly Unlimited erklärt wurde,
ist die parallele Ausrichtung des Pitchkompensators mit dem Hauptrotor
(auf den Bildern des Bauplanes zu sehen aber nicht dokumentiert).
Probleme gab es auch mit einem Flanschkugellager welches
die Heckrotorwelle führt. Dieses hatte Spiel, also hatte Luft in
der vorgeschnittenen Heckseitenplatte. Lagerkleber behob das Problem (in
der deutschen Baubeschreibung wird darauf hingewiesen)
Ein Schwierigkeit ergab sich mit meiner Taumelscheibe.
Die Taumelscheibenkugel ließ sich nur schwer in ihrem „Bett“
drehen. Bemerkbar machte sich das anschließend im Schwebeflug: der
Heli ließ sich nur sehr schwer aussteuern, Fingerakrobatik war hier
angesagt. Ich behob das Problem indem ich Grafitspray auf die Kugel sprühte
und danach die Taumelscheibenkugel mit der Hand immer und immer wieder
durchdrehte. Anschließend reinigte ich alles wieder mit Helisprit
und überprüfte nach dem neuerlichen Einölen mit WD40 die
Leichtgängigkeit der Taumelscheibenkugel. Diesen Vorgang wiederholte
ich solange, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war.
Die richtige Seite der Kugelköpfe muss beachtet werden
(Beschriftung nach außen) und um diese auf den Kugelbolzen leichtgängig
zu machen wurden die Kugelköpfe mit einem selbstgebauten „Kugelkopfausreibahle“
vorsichtig bearbeitet. Wie baut man nun eine solche „Kugelkopfausreibahle“:
Mit einem Stanleymesser werden in einem alten Messingkopf Längsrillen
eingeritzt und auf einer passenden Schraube mit Muttern fixiert, fertig
(Danke „Baby-Hermann“).
 Die
Montage der Haube war auch nicht so einfach, da die Bohrungslöcher
für die Haubenbefestigung nicht angezeichnet waren. Erst nachdem
ich mich schlau gemacht hatte wusste ich wenigstens wie ich die Haubenlöcher
an die richtige Stelle bringen konnte. Ich besorgte mir passende Gewindeschrauben
(vier Stück) die ich ablängte und an einem Ende einen Spitz
feilte. Dann wurden die angespitzten Schrauben an die Kabinenhaubenhalter
aufgeschraubt und die Haube vorsichtig dagegen gepresst. So werden die
Spitzen durchgedrückt und ich konnte die Bohrungen durchführen.
Wie sich aber in der Praxis herausstellte, ist es doch sehr umständlich,
wenn man die Haube abnehmen möchte, immer vier Schrauben zu lösen.
Ich hatte noch zwei große Gummistoppel vom Moskito die genau auf
die vorderen Kabinenhaubenhalter passten und auf die beiden hinteren montierte
ich passende Kugelbolzen. An der Haube habe ich dann noch auf die beiden
hinteren Löcher Gummitüllen von VARIO montiert. Habe zwar jetzt
vorne zwei offene Löcher in der Haube, aber dafür kann ich die
Haube rasch auf und ab montieren.
Das Heckservo wurde mit den Servobefestigungen nach außen
montiert. Durch diese Einbaumöglichkeit verbessert sich die direktere
Anlenkung. Wenn das Servo nach Bauanleitung montiert wird, kann es nur
nach Demontage der Seitenteile wieder ausgebaut werden.
An Tuningmaßnahmen gibt es nicht wirklich viele, aber
ich möchte doch kurz aufzählen, welche ich durchgeführt
habe:
• Rundlaufoptimiertes Hauptzahnrad
• Drucklagerset mit Blattlagerwelle für den Hauptrotor
• Heckanlenkung mit 5mm CFK Schubstange
• Horizontalen Leitwerkhalterungen aus Alu, damit die Heckanlenkung
direkter angelenkt werden kann und die Schubstange nicht an der Leitwerkshalterung
anstößt.
• CFK Höhen- und Seitenleitwerk
• Verbesserte Rotorkopfanlenkung von Wolfgang Maurer (www.quickworldwide.at).
Dieses System nennt sich „LDR-System für QUICK 3D-Learner“
• Zusatztank
Ein
wichtiger Punkt ist natürlich das Setup der Fernsteuerungsanlage
eines Modellhubschraubers.
Da gibt es Einstellungen für Pitch, Gas, Heckrotor, Kreiselwirkung,
Servosetup usw., für einen Beginner ein schwieriges Unterfangen !
Ein Beispiel:
Die Standardkonfiguration der FC-18 hat das Nickservo gegen die Flugrichtung
liegen und der QUICK 3D-Learner hat das Nickservo in Flugrichtung. Die
Beschreibung der Anlage ließ mich hier im Stich bzw. ich fand den
richtigen Eintrag nicht, damit ich die Konfiguration ändern konnte.
Beim Technikseminar versuchten einige diesem Problem Herr zu werden aber
vergeblich, ich war schon nahe daran die Anlage dem „Jordon zu übergeben“.
Doch da gab es einen Flugkollegen aus Slowenien mit dem wir uns in Englisch
unterhielten und dieser nette Kerl nahm sich den Sender und probierte
ein paar Mal herum, ein Zucken der Servos und schon arbeiteten alle sinnrichtig
- einfach großartig !
Ich möchte auf keinen Fall Anfänger mit meinem
Bericht schockieren oder gar davon abbringen einen Modellhubschrauber
zu bauen und zu fliegen, aber eine der WICHTIGSTEN Dinge ist nun mal zu
wissen man ich umfangreiche, kompetente und kollegiale Hilfe bekommt.
Denn wenn DIR niemand zur SEITE steht, bist du ein armes SCHW...... soviel
steht fest.
All
diese Schwierigkeiten sollen aber nicht darüber hinwegtäuschen,
dass dieser Heli wirklich ein Zuckerlecken ist. Die Zugänglichkeit
zu einzelnen Komponenten, Wartungsfreundlichkeit und auch sein Flugverhalten
sind für mich der Beweis, die richtige Entscheidung getroffen zu
haben. Auch stand mir Wolfgang Maurer telefonisch mit Rat und Tat zur
Rate.
Ich für meinen Teil habe maßgebliche Tipps und
Hilfe bei der Einstellung und Optimierung meines QUICK 3D-Learner bei
den ersten beiden Technikseminaren des Helifly Unlimited erhalten.
Danke nochmals an alle die mir geholfen haben und an die einmalige Organisation.
Thomas, ein „QUICK´ianer“
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