Testberichte Hubschrauber:

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Quick 30
Von Thomas Krückel

Erfahrungen mit dem QUICK 3D-learner

Zu Beginn möchte ich darauf hinweisen, dass ich gerade dabei bin das Modellhubschrauber fliegen zu lernen. Viele Probleme die im folgenden Text angeführt werden, zaubern wahrscheinlich so manch anderen ein Lächeln auf die Lippen, aber kein Meister ist vom Himmel gefallen.

Mein Einstieg in den Hubschraubermodellflug begann mit dem Lehrer/Schüler Training. Mein Fluglehrer gab mir den Tipp, einen MOSKITO von Robbe als Trainingshubschrauber zu kaufen. Doch die Freude dauerte nicht lange, denn ich war sehr unzufrieden mit der ganzen mechanischen Anlenkung und der Wartungsfreundlichkeit dieses Modells.
Da der MOSKITO nur aus „Plastik“ aufgebaut ist und jeder Tuningteil ein kleines Vermögen kostet, sah ich mich um einen neuen Heli in der 30-iger bzw. 50-iger Klasse um.

Doch leichter gesagt als getan. Wenn man Kataloge, Internetseiten und nicht zu vergessen diverse Foren erforscht, sieht man vor lauter Hubschrauber keinen Heli mehr. Eines stand von Anfang an für mich fest: mein neuer Heli sollte zum Großteil auf Metallkomponenten bzw. ähnlich der 60iger Klasse aufgebaut sein. Darunter verstand ich Seitenteile aus Alu oder G10, Taumelscheibe, Rotorkopf und Heckanlenkung aus Metall oder ähnlichem Material.

Man glaubt es kaum, aber ich fand einen solchen Heli in der 30-iger Klasse.
Dieser Modellhubschrauber war der QUICK 3D-learner, vertrieben von Wolfgang Maurer (www.quickworldwide.at). Nach einem Telefonat mit Wolfgang war meine Suche endlich am Ende angelangt und schon ein paar Tage später lag der Karton mit meinem QUICK 3D-learner in meinem Wohnzimmer. Mein erster Eindruck den ich via. Internet gewonnen hatte, wurde auch nach dem Auspacken meines QUICK´s bestätigt. Rotorkopf, Lagerblöcke, Heckanlenkung usw. waren aus Aluminium, blau eloxiert und die Verarbeitung versprach ein perfektes Miteinander der einzelnen Teile. Die Seitenteile waren aus G10 Material, welche dem Rahmen des QUICK´s, nach dem Verschrauben, ein sehr steifes Grundgerüst gab. Da die damalige Bauanleitung noch in Englisch verfasst war, musste ich des öfteren das Wörterbuch zu Rate ziehen. Jeder Bauabschnitt wird mit einem Bild dargestellt (Mittlerweile ist eine deutsche Baubeschreibung erhältlich bzw. steht zum Downloaden bereit).
Der Zusammenbau der einzelnen Komponenten verlief bis auf ein paar Kleinigkeiten ausgezeichnet, denn die Bauanleitung ließ nur wenige Fragen offen, doch die Schwierigkeiten lagen eher im Detail bzw. bedurften Erfahrung im Zusammenbau eines Modellhubschraubers.

Bei der Montage der Heckumlenkhebel am Heckrotor, habe ich noch zusätzlich eine Abstandshülse aus Alu eingebaut.
Was mir als Anfänger nicht aufgefallen ist und erst beim zweiten Technikseminar des Helifly Unlimited erklärt wurde, ist die parallele Ausrichtung des Pitchkompensators mit dem Hauptrotor (auf den Bildern des Bauplanes zu sehen aber nicht dokumentiert).
Probleme gab es auch mit einem Flanschkugellager welches die Heckrotorwelle führt. Dieses hatte Spiel, also hatte Luft in der vorgeschnittenen Heckseitenplatte. Lagerkleber behob das Problem (in der deutschen Baubeschreibung wird darauf hingewiesen)
Ein Schwierigkeit ergab sich mit meiner Taumelscheibe. Die Taumelscheibenkugel ließ sich nur schwer in ihrem „Bett“ drehen. Bemerkbar machte sich das anschließend im Schwebeflug: der Heli ließ sich nur sehr schwer aussteuern, Fingerakrobatik war hier angesagt. Ich behob das Problem indem ich Grafitspray auf die Kugel sprühte und danach die Taumelscheibenkugel mit der Hand immer und immer wieder durchdrehte. Anschließend reinigte ich alles wieder mit Helisprit und überprüfte nach dem neuerlichen Einölen mit WD40 die Leichtgängigkeit der Taumelscheibenkugel. Diesen Vorgang wiederholte ich solange, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war.
Die richtige Seite der Kugelköpfe muss beachtet werden (Beschriftung nach außen) und um diese auf den Kugelbolzen leichtgängig zu machen wurden die Kugelköpfe mit einem selbstgebauten „Kugelkopfausreibahle“ vorsichtig bearbeitet. Wie baut man nun eine solche „Kugelkopfausreibahle“: Mit einem Stanleymesser werden in einem alten Messingkopf Längsrillen eingeritzt und auf einer passenden Schraube mit Muttern fixiert, fertig (Danke „Baby-Hermann“).
Die Montage der Haube war auch nicht so einfach, da die Bohrungslöcher für die Haubenbefestigung nicht angezeichnet waren. Erst nachdem ich mich schlau gemacht hatte wusste ich wenigstens wie ich die Haubenlöcher an die richtige Stelle bringen konnte. Ich besorgte mir passende Gewindeschrauben (vier Stück) die ich ablängte und an einem Ende einen Spitz feilte. Dann wurden die angespitzten Schrauben an die Kabinenhaubenhalter aufgeschraubt und die Haube vorsichtig dagegen gepresst. So werden die Spitzen durchgedrückt und ich konnte die Bohrungen durchführen. Wie sich aber in der Praxis herausstellte, ist es doch sehr umständlich, wenn man die Haube abnehmen möchte, immer vier Schrauben zu lösen. Ich hatte noch zwei große Gummistoppel vom Moskito die genau auf die vorderen Kabinenhaubenhalter passten und auf die beiden hinteren montierte ich passende Kugelbolzen. An der Haube habe ich dann noch auf die beiden hinteren Löcher Gummitüllen von VARIO montiert. Habe zwar jetzt vorne zwei offene Löcher in der Haube, aber dafür kann ich die Haube rasch auf und ab montieren.
Das Heckservo wurde mit den Servobefestigungen nach außen montiert. Durch diese Einbaumöglichkeit verbessert sich die direktere Anlenkung. Wenn das Servo nach Bauanleitung montiert wird, kann es nur nach Demontage der Seitenteile wieder ausgebaut werden.

An Tuningmaßnahmen gibt es nicht wirklich viele, aber ich möchte doch kurz aufzählen, welche ich durchgeführt habe:

• Rundlaufoptimiertes Hauptzahnrad
• Drucklagerset mit Blattlagerwelle für den Hauptrotor
• Heckanlenkung mit 5mm CFK Schubstange
• Horizontalen Leitwerkhalterungen aus Alu, damit die Heckanlenkung direkter angelenkt werden kann und die Schubstange nicht an der Leitwerkshalterung anstößt.
• CFK Höhen- und Seitenleitwerk
• Verbesserte Rotorkopfanlenkung von Wolfgang Maurer (www.quickworldwide.at). Dieses System nennt sich „LDR-System für QUICK 3D-Learner“
• Zusatztank

Ein wichtiger Punkt ist natürlich das Setup der Fernsteuerungsanlage eines Modellhubschraubers.
Da gibt es Einstellungen für Pitch, Gas, Heckrotor, Kreiselwirkung, Servosetup usw., für einen Beginner ein schwieriges Unterfangen !
Ein Beispiel:
Die Standardkonfiguration der FC-18 hat das Nickservo gegen die Flugrichtung liegen und der QUICK 3D-Learner hat das Nickservo in Flugrichtung. Die Beschreibung der Anlage ließ mich hier im Stich bzw. ich fand den richtigen Eintrag nicht, damit ich die Konfiguration ändern konnte. Beim Technikseminar versuchten einige diesem Problem Herr zu werden aber vergeblich, ich war schon nahe daran die Anlage dem „Jordon zu übergeben“. Doch da gab es einen Flugkollegen aus Slowenien mit dem wir uns in Englisch unterhielten und dieser nette Kerl nahm sich den Sender und probierte ein paar Mal herum, ein Zucken der Servos und schon arbeiteten alle sinnrichtig - einfach großartig !

Ich möchte auf keinen Fall Anfänger mit meinem Bericht schockieren oder gar davon abbringen einen Modellhubschrauber zu bauen und zu fliegen, aber eine der WICHTIGSTEN Dinge ist nun mal zu wissen man ich umfangreiche, kompetente und kollegiale Hilfe bekommt. Denn wenn DIR niemand zur SEITE steht, bist du ein armes SCHW...... soviel steht fest.

All diese Schwierigkeiten sollen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieser Heli wirklich ein Zuckerlecken ist. Die Zugänglichkeit zu einzelnen Komponenten, Wartungsfreundlichkeit und auch sein Flugverhalten sind für mich der Beweis, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Auch stand mir Wolfgang Maurer telefonisch mit Rat und Tat zur Rate.

Ich für meinen Teil habe maßgebliche Tipps und Hilfe bei der Einstellung und Optimierung meines QUICK 3D-Learner bei den ersten beiden Technikseminaren des Helifly Unlimited erhalten.


Danke nochmals an alle die mir geholfen haben und an die einmalige Organisation.


Thomas, ein „QUICK´ianer“