Nachdem ich mit einem Raptor 30 V1 vor ca. zwei Jahren mit dem Hubschrauberfliegen begonnen und ich mich inzwischen schon fast auf Elektrohubschrauber (Mikado Logo 16 und Logo 24) spezialisiert hatte, kam in mir wieder der Wunsch nach einem Hubschrauber mit Verbrennungsmotor auf. Das Fliegen mit den Elektrohubschraubern ist zwar weitgehend unkompliziert, aber die Akkus müssen auch mal geladen werden und das kann an einem ganzen Flugtag schon nervig werden.
Auf jeden Fall wollte ich diesmal zu einem Hubschrauber der 50er Klasse zugreifen. Zur engeren Auswahl kamen der Raptor 50 V2, der Airfox 50 und eben die Sceadu Evolution. Nach Vergleich aller für mich relevanten Vor- und Nachteile entschied ich mich für die Sceadu 50 Evolution OVP (eben inkl. Blauen ALU-Rotorkopf). Nach sehr guter Beratung von Harald Zupanc (http://www.heli4you.net) bestellte ich eben die Sceadu Evolution, inkl. OS-50H-Motor, einem Funtech-Dämpfer und dem Tuningrotorkopf.
Wie man den Bildern entnehmen kann, wird der Hubschrauber gut verpackt geliefert (das Paket wurde einen Tag nach meiner Bestellung geliefert!). So überstand dieser sicher den Postweg zu mir nach Hause. Schon beim Auspacken vielen mir die einzelnen Plastiksäckchen, die je nach Bauabschnitt gefüllt sind, auf. Bevor es an den Zusammenbau der restlichen Teile ging, studierte ich die Bauanleitung. Diese kann man als vorbildlich bezeichnen. Alle Abschnitte sind ausführlich erklärt und mit genauen Zeichnungen versehen. Der englischen Sprache sollte man aber dabei schon ein wenig mächtig sein.
Ich entschied mich zu Beginn für die Montage des neuen Rotorkopfes. An Hand der beigelegten Explosionszeichnung kommt man schnell zum Ziel. Wichtig ist lediglich die Verwendung von Schraubensicherungsmittel. Auf den Bildern kann man klar den Unterschied zwischen dem originalen und dem neuen Rotorkopf erkennen. Der originale ist sicher nicht minderwertig oder schlecht, aber ich wollte mir einfach ein wenig Luxus leisten. Und wenn man das Endergebnis betrachtet, dann kann man verstehen was ich gemeint habe!
Alle weiteren Bauabschnitte beginnend von der Montage der Kupplung am Motor und des Lüfterrades, der Zusammenbau des Heckauslegers, des Landegestelles und der Heckabstrebungen (die nicht verklebt sondern verschraubt werden!!) gehen leicht von der Hand und kann man an ein bis zwei Abenden locker bewerkstelligen. Der Einbau des Lötterle-Vergasers inkl. Düsenstock kann ganz einfach nach der Montage des Motors erledigt werden, dafür ist im Chassis genug Platz. Wichtig bei diesem Vergasertyp ist die Abstimmung des Gestänges und des Servos. Dabei sollte man sich möglichst an die Betriebsanleitung halten. Bei der Vollgasstellung muss man darauf achten, dass der Vergaser entsprechend des Halsdurchmessers geöffnet ist. Beachten muss man dabei, dass der Vergaser bei Leerlaufstellung bereits ein paar Millimeter (ca. 4 mm) herausschaut. Darum muss man diese 4 mm zum Halsdurchmesser dazuzählen. Erst dann hat man die richtige Vollgasstellung erreicht!
Die Montage der Schottwand ist ebenfalls ganz einfach. Man muss lediglich zwei Löcher in diese bohren (nachdem man die Wand zuerst richtig eingepasst hat). Wichtig dabei ist, dass der Glühkerzenanschluss gut an der Kerze montiert werden kann. Noch wichtiger ist aber der richtige Abstand zum Motorkopf. Ist dieser zu groß, verliert man an Kühlleistung. Ist aber der Abstand zu gering, so ist zwischen Motorkopf und Schottwand einfach zu wenig Luftvolumen vorhanden (und die Wärme kann nicht ausreichend an die Umgebungsluft abgegeben werden. Somit sinkt die Kühlleistung und die Schottwand bringt nichts mehr). Ich habe zwischen Motor und Schottwand ca. 5 mm Platz (das hat sich bei meinen anderen Hubschraubern bis jetzt bewährt)!
Anschließend begann ich mit der Montage der Elektronik. Für die Montage verwendet man einfach die Messinghülsen (sind bei den Servos dabei). Wichtig ist, dass der abgeflachte Teil dieser Hülsen auf der Chassisseite sind. So ergibt sich ein automatischer Anschlag für die Schrauben und man kann diese nicht überdrehen (da das Chassis aus Plastik ist, wäre das problematisch)! Beim Pitchservo (Futaba 9206) darf man die beigelegten Plättchen nicht vergessen. Diese sollen das Servo noch besser fixieren. Den Empfängerakku habe ich mit etwas Schaumgummi versehen und in der dafür vorgesehenen Akkubox untergebracht. Der Ein/Aus-Schalter wurde mit zwei Kabelbindern fixiert. Den Kreisel wurde hinten am Heckrohr montiert. Man könnte diesen auch vorne anbringen, dies soll aber angeblich nicht optimal sein, da Motorvibrationen vom Chassis nicht komplett absorbiert werden und dadurch der Kreisel gestört werden kann (dieser würde ja vorne direkt am Chassis kleben). Die Verkabelung zwischen Kreisel und Heckservo wurde von mir so gelöst, dass sich diese bei einem Absturz hoffentlich quasi von selbst löst (Sollbruchstelle) und eben nicht am Servo oder Kreisel ausreißt.
Nachdem ich die Mechanik eingestellt und die Fernsteuerung programmiert hatte, ging es auf den Flugplatz zum Erstflug. Dieser musste leider sehr schnell wieder abgebrochen werden, da ich bei der Montage der Düsennadel im Vergaser den kleinen Stift verbogen hatte. Nachdem mich solche Rückschläge nicht beeindrucken können (man erlebt als Modellhubschrauberpilot ja so einiges), konnte ich bald den Erstflug starten. Damit der Motor einigermaßen gut einläuft, wurden die ersten paar Tanks im Schwebeflug geleert. Dabei ist mir das absolut stabile und gutmütige Schwebeverhalten des Hubschraubers aufgefallen. Einmal gut ausgetrimmt und gegen den Wind gestellt, und das Fluggerät schwebt wie fast von selbst.
Nach der Einlaufphase ging ich nun zum gemütlichen Rundflug über. Auch dieser, wie zu erwarten war, ist ein reiner Genuss. Der Heli zieht wie auf Schienen seine Bahnen, legt sich brav in die Kurve und liegt absolut stabil in der Luft. Nach nun ca. 15 Tankfüllungen jagte ich den Hubschrauber schon ordentlich durch die Luft (soweit ich das als braver „Rundflieger“ schon kann). Bei den geflogenen schnellen und engen Kurven kann man die Rotorblätter schön laut schlagen hören, ein vorsichtiger Turn gelingt auch schon ganz gut, dann noch ein schneller Landeanflug und der Hubschrauber schwebt brav vor mir. Es ist eine richtige Freude, kein Ausbrechen, kein Übersteuern oder Pendeln. Der Sceadu fliegt einfach super! Vom geringen Treibstoffverbrauch bin ich auch begeistert, denn eine Tankfüllung reicht bei meinem Flugstil ca. 18 Minuten (ca. 1500 Umdrehungen).
Fazit:
Abschließend muss ich sagen, dass der Baukasten voll überzeugt. Alle Teile, Schrauben, etc. passen exakt und man muss nirgends nachbessern. Der Tuningrotorkopf ist ebenfalls sehr einfach und schnell zu bauen. Die Optik ist natürlich auch genial. Obwohl ich eigentlich nur mehr mit Elektrohubschraubern fliegen wollte, bin ich vom Hirobo-Hubschrauber begeistert und ich glaube, dass mein Logo 24 in der nächsten Zeit eher weniger in der Luft sein wird.
Noch mal möchte ich mich bei Harald Zupanc (harry@heli4you.net, http://www.heli4you.net) bedanken. Die Beratung ist Top und die Lieferungen sind noch schneller. Für Ersatzteile wird sicher auch genauso schnell gesorgt. Für weitere Bilder, Infos, Videos, etc. besucht meine Website (www.martins-web.com). Für Fragen/Anregungen bin ich unter martin@martins-web.com erreichbar.
Euer Martin
Technische Daten:
Hirobo Sceadu 50 Evolution inkl. FZ-IV-Rotorkopf
OS-MAX 50-H, Funtech-Dämpfer, Lötterle-Vergaser (2.1er Nadel)
Taumelscheibe: Futaba 9202 und 9206 (Pitch) Servos, Futaba 9001 (Gas)
GY401 inkl. Futaba 9252, Empfänger: Futaba R138DP , Sanyo 2400er NiCd-Empfängerakku
Sprit: 7% Nitro
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