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Heli4You Test
SYNERGY N9

 

Autor: Zupanc Harry

             24.11.2006

VIDEO 1 - Nigel Brown
VIDEO 2 - Nigel Brown


     

SYNERGY N9 - a new star is born…

     
Jason Krause und Todd Bennett, zwei bekannte Namen in der 3D-Hubschrauber Szene, die für das Fliegen am absoluten Limit und für die brachialsten Manöver stehen. Noch bis vor kurzem Stammpiloten bei MA, schlossen die beiden „Crazy Guys“ einen Packt. Den Packt eine Synergie ihres Wissens und ihrer Vorstellungen zu bilden, wie ein Modellhubschrauber gebaut werden muss um ihren Flugstil gerecht zu werden und den enormen Belastungen beim Hardcore-3D-Fliegen auf Dauer Stand zu halten. Daraus entstand die Firma „SYNERGY Model Helicopters“ und ihr gemeinsames Baby, der SYNERGY N9.
     
Letztes Jahr bei den 3D Masters wurde der Prototypen des SYNERGY N9 durch Jason und Todd präsentiert und seine Leistungsfähigkeit beeindruckend unter Beweis gestellt. Unzählige Bilder und Videos kursierten lange Zeit im Internet und bei sicherlich vielen wurde der Wunsch nach dieser Wunderwaffe groß. Leider wurde es danach still um den SYNERGY N9 und auf der Firmen Homepage gab es wenig Neues zu erfahren. Bis plötzlich mit Anfang Juni eine wahre Informationsflut hereinbrach.
     
Man habe den SYNERGY N9 bis zur Serienreife gebracht, Teile in rauen Massen produziert, ein weltweit umspannendes Distributionsnetz aufgebaut, weltweit namhafte Piloten verpflichtet und sogar ein großzügig dotiertes „Award Program“ ins Leben gerufen. Man versprach eine ausführliche Präsentation der Serienmaschine bei den 3D Masters 2006 und eine kurz darauf folgende Auslieferung der Hubschrauber Baukästen.
Gleichzeitig traten gleich sieben Piloten mit dem SYNERGY N9 bei den 3D Masters an und erragen beachtliche Platzierungen. So wurde z.B. auf Anhieb der 2. Platz beim „3D-Masters - Constructors' Championship“ errungen.
Glücklicherweise ist der Sitz der SYNERGY R/C Austria (General Importeur für Österreich und Deutschland) in Wien und so ist eine schnelle Verfügbarkeit und ein deutschsprachiger Support garantiert. Der momentane günstige Dollarkurs erlaubt einen attraktiven Peis des Baukastens mit € 949,-. Eine wohldurchdachte Preisgestaltung der Ersatzteile lässt einen bei dem Gedanken an eine möglich Crash nicht gleich erschauen.
 
     
Wie ist der SYNERGY N9 nun aufgebaut und welche Geheimnisse verbergen sich darin?
Nun gut, das Rad wurde nicht neu erfunden, aber das Gute steckt bekanntlich im Detail!
     
 

 

Wer nun den Baukasten öffnet findet darin zwei Schachteln. In der größeren der beiden Schachteln findet man gut verpackt und geschützt, die große, weis eingefärbte GFK Haube, die beiden Chassis Seitenplatten, den RC-Vorbau sowie einen Rotorblatt Caddy. Die zweite, etwas kleinere Schachtel beinhaltet die restlichen Bauteile, fein säuberlich nach Bauabschnitt abgepackten Baugruppen. Lange Teile wie das Heckrohr, die Paddelstange usw. findet man gesondert verpackt. Neben so feinen Goodies wie einen Rotorblatt Caddy findet man im Baukasten Paddels und Heckrotorblätter aus CFK der Firma SAB sowie einen dezenten Dekorbogen.
Die in gedruckter Form beiliegende Bauanleitung (mit Hochglanz Einband) gewinnt zwar nicht den Pulitzer Preis, erklärt jedoch anhand von Explosionszeichnungen und exakten, kurzen Beschreibungen alles was man wissen muss und beachten soll. Auf der Homepage der SYNERGY R/C Austria steht sogar eine deutschsprachige Bauanleitung zum download bereit.

Als braver und geduldiger Erbauer nimmt man natürlich als erstes die Bauanleitung zur Hand und zieht sich samt den beiden oben erwähnten Schachteln zum stöbern eine zeitlang zurück. Schon beim schmökern ist zu erkennen das der SYNERGY N9 wie ein russischer Panzer aufgebaut ist. Die Hauptrotorwelle 12mm (!!) dick und hohl gebohrt. Groß dimensionierter Kippkörperfreilauf in einem Alugehäuse, der auf einer gehärteten Hülse läuft. Vierfach gelagerte Kupplungsglocke.
Breites, stabiles Landegestell. Großer, harter Klarsichttank, der auch Antriebssystem die den Tank unter Druck setzen locker standhält, nirgends scheuern kann und eng am Schwerpunkt liegt.
Groß dimensioniertes Kühlluftgebläse mit eng anliegenden und über den ganzen Zylinderkopf reichenden Kühlluftschacht. Alle Zahnräder gefräst. Kupplungsritzel und Heckabtriebsritzel aus Stahl. Hauptzahnrad, Tellerzahnrad sowie die beiden Ritzel im Heck aus schwarzen Delrin.

 

     
Die Paddelstange ist 5mm (!!) dick, die Heckrotorwelle sogar 6mm. Da der SYNERGY N9 ja über einen Starrantrieb verfügt, ist auch die Heckantriebswelle mit 10mm ebenso ordentlich dimensioniert.
     

Rotorkopf Zentralstück sowie Heckrotorgehäuse liegen schon fertig vormontiert bei. Jegliches Plattenmaterial ist CNC gefräst und besteht aus dem Hightech Werkstoff G10 in 2mm und 3,2mm. Dass alles Kugelgelagert ist versteht sich ja von selbst. Radial- als auch Axiallager sind ebenso großzügig dimensioniert. Alle Schraubverbindungen sind auch ordentlich dimensioniert und liegen in M3, M4 und sogar in M5 vor. Alle Kunststoff Spritzgussteile, wie RC-Vorbau, Servohalter oder Blatthalter, sind massiv gebaut, von hervorragender Qualität und passgenau.

Diese Eckdaten hören sich jetzt natürlich gut an, aber massiv gebaute Teile bringen erfahrungsgemäß auch ordentlich Gewicht auf die Waage. Tja, weit gefehlt!
Da ich aber ein absoluter Fan des Webra MC-Vergaser bin und dazu auch ein zusätzliches Gemischservo notwendig ist, ebenso nicht auf ein Futaba GY-611 (mit dazugehöriger Elektronikbox) inkl. S9256 (Metallgehäuse) einen digitalen Hochlastschalter und noch auf ein paar anderen Kleinteile nicht verzichten möchte, ist die Ausstattung auch nicht als Leichtgewicht zu bezeichnen. Trotzdem liegt das Abfluggewicht bei erstaunlichen 4745g. Zum Vergleich, mein alter TD-NT mit MC brachte immerhin auch 4700g auf die Waage.

 
     
Nun genug der Schmökerei, jetzt soll der Schraubenschlüssel geschwungen werden. Geht man nun nach der Bauanleitung vor, merkt man auch hier schon den kleinen Unterschied zu anderen Helis. Nach dem Aufbau des Tankes und des Landegestelles, wird schon die Motor-, Lüftungs- und Kupplungseinheit komplett aufgebaut. Samt Kühllufttunnel. Kupplungslagerung und Startadapteranschluss. Diese komplette Einheit wird dann auf eine Chassishälfte aufgeschraubt. Ebenso das Haupt- und Heckabtriebsgetriebe samt Hauptrotorwelle und deren Lagerung. Chassisverbinder, Verstrebungen und Motorträgerzentralstück werden auch noch auf die eine Chassishälfte geschraubt. Nun die zweite Chassishälfte dazu und fertig ist das komplette Chassis samt eingebauten Tank. Das Ganze steht schon gleich auf eigenen Beinen, sprich Landegestell . Das 30mm breite, einteilige Chassis, mit allen seinen Einbauten wirkt kompakt und ist äußerst verwindungssteif. Nun werden noch der zu komplettierende Rotorkopf samt Taumelscheibe und Pitchkompensator, die Servohalterungen und der RC-Vorbau montiert. Da ja das Heckrotorgehäuse ja schon vormontiert ist muss hier nur noch der Heckrotor samt Schiebehülse und Umlenkhebel montiert werden. Die Heckantriebswelle wird beidseitig nun mit den Anschlussstücken versehen und an die Ritzelwelle des Heckrotorgehäuses montiert. Die zweifache Lagerung der Heckantriebswelle ist auch schon vormontiert. So wird der ganze Strang ins Heckrohr geschoben. Nach Aufbau der vorderen Heckabtriebslagerung wird diese ins vordere Ende des Heckrohres geschoben. Die Verbindung stellt ein Sechskantverbinder mit Schlüsselweite 10(!!) her. Bei der Montage des gesamten Hecks im Chassis erklärt sich nun der Umstand des relativ geringen Gewichtes trotz der massiven Bauweise.
     
  Einsparung von Bauteilen. Einfach und effektive Konstruktion eben. Führt man nun das Heckrohr in das Chassis ein vermisst man Anfangs einen Lagerblock für den Heckabtrieb. Naja, der ist ja im Heckrohr integriert und diese Lagerung wird mit dem vorderen Heckrohrhalter zugleich geklemmt.
Ebenso die Anlenkung der Taumelscheibe. Hier wurde absichtlich auf eine Push&Pull Anlenkung verzichtet. Jedoch werden die Servoachsen mit einem Gegenlager abgestützt und so vor verschleißträchtigen, einseitigen Belastungen geschützt. So in dieser Art und Weiße zieht sich das Konstruktionskonzept durch die gesamte Mechanik. Teile wurden vereinfacht oder konstruktiv zusammengelegt. Das reduziert die Anzahl der Einzelteile und senkt das Gewicht. Jason und Todd folgen hier einen konsequenten Weg. Weniger ist Mehr! Und zwar mehr Power bei weniger Teilen. Keine verspielten und komplizierten Anlenkungen, keine Baugruppen bei deren Zusammenbau ein Maschinenbau-Studium Voraussetzung ist. Die Mechanik wurde auf das absolute Minimum an notwendigen Teilen reduziert und bestätigt die Meinung vieler Hubschrauberpiloten: Was nicht mitfliegt wiegt nichts und kann auch nicht kaputt gehen!
     
Ist der SYNERGY N9 nach Anleitung aufgebaut, fliegt er auf Anhieb ruhig, stabil und absolut neutral. Bedingt durch die Geometrie der Taumelscheibenanlenkung und des Rotorkopfes hängt der SYNGERY N9 förmlich am Pitch ohne jedoch nervös zu wirken. Die zyklische Agilität reicht, je nach Ausschlag, von lahmfromm bis zu furchteinflößenden Drehraten. Ein fliegerisches Eigenleben kennt der SYNERGY N9 nicht, brav zieht er seine Bahn dorthin wohin ihn der Pilot steuert. Ob nun in einer gemütlichen Gangart oder im Hardcore ala Jason und Todd.
     

Zusammenfassend kann man sagen, dass man fürs kleine Geld einen interessanten, massiven, strapazierfähigen aber leichtgewichtiges Arbeitstier „made in USA“ erhält. Beeindruckend die einfache, aber zugleich robuste Konstruktion, die alles mitmacht das der Pilot von ihr fordert. Hohe Agilität bei schon fast stoischer Flugruhe und Präzision versprechen jede Menge Flugspaß.


 

 

 


 
     
Mehr Infos und Bilder sind zu finden:
SYNERGY Model Helicopters – www.synergyrc.com
SYNERGY R/C Austria - www.synergyrc.com/de
     

Harry t.V. Zupanc