THREE DEE ET

Da mich auch das NT Virus befallen hat, schaffte ich mir vor einem Jahr einen Three Dee NT an mit Webra Power. Ich bin zwar außerordentlich zufrieden mit dem Teil, jedoch stellt der Verbrennerflug doch einen großen Aufwand dar, zwar nicht in der Anschaffung, aber im Handling mit der Fahrt zum Modellflugplatz. Abends nach der Arbeit ist das Zeitlich gar nicht vereinbar. Normalerweise übe ich bei mir hinterm Haus mit dem Eco 8 - getunte Version - dies jedoch doch immer eine erhebliche Umstellung auf den NT bedeutet. Aus diesem Grund hatte ich den Wunsch, den selben Heli in eine Elektroversion umzubauen. Da im Elektroflug ja die Leistung nicht vom Motor abhängt, sondern eigentlich von den Akkuzellen, hab ich im Herbst 2003 mir zwei Lithium Polymer Akkupacks der Fa. Thunder Power aus Amerika angeschafft. Tja, dies probierte ich natürlich in meinem Eco 8 aus, und siehe da, von Flugzeiten von 8 min mit herkömmlichen Zellen waren mit den TPs 25 min und mehr drin. Tja, da hab ich mich dann entschieden, mir einen zweiten NT Bausatz bei Heli4You anzuschaffen, als kleines Christkind und mich über die Feiertage mit dem Teil ordentlich auseinanderzusetzen. Der Aufbau ist Henseleit like ....... da gibt's eigentlich nix drüber zu sagen . Eigentlich war es so, als wäre dieses Modell eh für Ele
ktroantrieb ausgerüstet. Einziges Teil, das ich selbst anfertigen musste waren ein Gegenlager für den Actro 24-4 und die beiden
Akkuhalter, die ich aus Kunststoffwinkeln aus dem Baumarkt herstellte. Da ja jetzt kein Tank mehr Notwendig war, bietet sich der Platz ideal für den Empfänger an.
Da ich Multiplex Fan und auch kein PCM Freak bin, ist die Lage des Empfängers nicht über dem sonst vorgesehenen Platz anzubringen, ansonsten hat man mit einigen Störungen des Heckabtriebes zu rechnen. Da ja die Akkus seitlich montiert werden, ist das Heckservo leider im Weg. Durch drehen um 90 Grad sowie längeren Servohaltern war auch dieses Problem gelöst.
Bei der Wahl der Antriebsauslegung griff ich auf die Erfahrung auf die einzigen beiden Piloten die mir bekannt sind zurück, die auch einen TD ET aufbauten, jedoch beide aus Deutschland und beide ETs in Nicad Ausführung.
So, alles zusammengeschra
ubt und montiert ging es mal zum ersten Testflug vor dem Haus. Abfluggewicht 5200 g . Tja, wies halt ist bei Elektrofliegern, einschalten und los geht's und so war es auch. Drehzahl auf 1550 U min eingestellt und abgehoben. Was soll ich sagen, ein Traum. Das Teil fliegt ganz ruhig, komplett ohne Vibrationen. Die Empfindlichkeit des 401ers lässt sich auf über 80 % hinaufschrauben. Einfach SUPER ! Nur die Flugzeit war beschämend. Nach 10 min war die Sache vorbei. Was also tun. Nach langen rumsuchen war es eigentlich bald klar, warum der NT soviel Strom brauchte. Erstens war das Gewicht viel zu hoch und zweitens verschlang das Original CfK-Riemenrad irrsinnige Energie, da ja die Riemenspannung aufrecht erhalten werden muss.
Zur Gewichtsreduzierung wurde eigentlich alles demontiert, was nicht wirklich gebraucht wird. Die Riemenandruckrollen, sowie eine Graphitrolle,
weiters wurde das alte Heckabtriebsrad eingebaut. Auch der Empfängerakku wurde auf 4 Stk Twicell Sanyo 800 reduzie
rt. Das reicht locker aus für 30 min Flug, hat aber nur ein Gewicht von 75 g samt Schalter und Ladebuchse. Bezüglich der Riemenscheibe tauschte ich die gegen das Alte Delrin-Zahnriemenrad aus, das erstens leichter ist und die Riemenspannung deutlich reduziert werden konnte.
An dieser Stelle möchte ich hier den Hersteller des Three Dee NT - Hr. Jan Henseleit - erwähnen, der mir dieses Ersatzteil kostenlos Frei Haus zusandte nur mit dem Vermerk, dass er sowieso noch ein paar herumliegen habe. Nicht einmal das Porto wurde verrechnet. Man findet heutzutage noch selten solche Leute mit einem solchen Rückgrat. Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals herzlichst bedanken.
So, mit der gesamten Diät des Hubis bin ich nun auf ein Abfluggewicht von 4960 g angelangt, das ist immerhin um 240 g weniger als in der Erstausführung.
Folgende Technischen Daten vorweg
Rotorblätter : NHP Razor Blades symmetrisch
Motor : Actro 24 - 4
Übersetzung : 1 - 10,8
Akkus : 2 Packs Thunderpower a 5s4p - 2 x 18,5 V - 8 AH - Gewicht zusammen 1556 g
Ladezeit ca. 1,5 HR mit einem Labornetzteil oder entsprechendem Lipo Ladegerät
Gesamtgewicht samt Haube : 4960 g
Empfänger Akku : 4 x Snyo Twicell - 800 mah
Empfänger : DS Mini IPD von Multiplex
Restkomponenten lt. Hersteller
Nun zu
meinem ersten Testflug mit dem niedrigen Gewicht und mit einer Rotorkopfdrehzahl von 1550 U/min. Tja, einschalten und los geht's. Ordentlicher Rundflug, hohe Turns mit ordentlich Schmalz kein Problem. Loopings, Rollen, alles zusammen halt. Ordentliche Überschläge, bissl 3 D ....... nach 10 min noch immer kein Hilfe-Signal der Actronic.
Na gut, dann Flieg ma halt no a bissi....... , nach 16 min und 20 sec. Kommt das erste Zeichen der Actronic, das heißt, 1 min hast du noch zum landen. Also gut, ich war höchst zufrieden, da für diesen Heli eine super Flugzeit ist. Zumindest liegt diese schon über der Flugzeit meines Verbrenner NT´s, der muss bei 1600 Touren am Kopf nach 11 min runter, sonst ist Sprit aus.
Ich möchte hier herausheben, dass eventuell noch eine längere Flugzeit möglich wäre, wenn man die Rotorblätter auf ein Halbsymmetrisches Profil austauscht und die Rotordrehzahl auf 1250 U min beg
renzt. Ich denke, dann stünden der 20 min Marke nix mehr im Wege. Jedoch möchte ich hier sagen, dass der NT nicht zum lange rumfliegen gedacht ist, sonder schon zu ordentlichem Krafttraining. Ich denke, wenn die Akkutechnologie, die ja noch sehr jung ist im Lipoly Sektor, in ca. 2 Jahren noch leichtere und stärkere Akkus entwickeln wird, um dem Verbrennerflug richtig die Stirn bieten zu können. Zumindest bei den jetzigen Erfahrungen mit meinem TD-ET ist er mir schon lieber als der Verbrennerkollege geworden.
An dieser Stelle möchte ich mich noch bei folgenden Personen bedanken, die mir wirklich sehr bei diesem Projekt geholfen haben : Heindl Lukas, Plöchinger Stefan und Mark Juhrig
Bei Fragen zum TD-ET kann sich jeder per Mail bei mir melden : a.ranftl@utanet.at
Schöne Grüße und guten Flug
Ranftl Andreas
Dezember 2003